Die Gattung Utricularia (Wasserschlauch)
Die artenreichste Gattung mit mehr als 210 Arten ist Utricularia,
die man in 4 Hauptgruppen einteilen kann:
- aquatische Arten
- semi-aquatische Arten
- terrestrische Arten
- epiphytische Arten
Eine enorme Vielfalt ergibt sich hieraus: epiphytische Utricularia
mit Speicherknollen (gegen Trockenphasen) oder terrestrische
Arten, die Knollenzwiebeln bilden stehen im Gegensatz zu den Arten
die vollkommen im Wasser leben und winterhart sind. Gemeinsam
ist, daß alle Arten anstelle der Wurzeln ein Geflecht aus
Saugfallen besitzen. Diese Fallen (mikroskopisch klein bis 1cm
groß) sind Blasen mit Unterdruck und einer Klappe (die über
Auslösungshärchen betätigt wird). Sobald ein kleines
Wasser- oder Bodeninsekt dieses Härchen berührt, öffnet
sich diese Klappe in Bruchteilen einer Sekunde und das Opfer wird
eingesaugt. Diese Bewegung ist die schnellste Bewegung im gesamten
im Pflanzenreich überhaupt.
Auf den ersten Blick wirkt die Pflanze uninteressant - bis spätestens
zur Blüte: Sie erinnern durch ihre Farbenpracht und Form
stark an Orchideen.
Tipp für Gattungssuchende: Die Gattung Polypompholyx ist
vor ein paar Jahren zu Utricularia angegliedert worden.
Kultur:
Die Kultur ist oft nicht besonders schwierig. Utricularia mag
es hell - aber keine direkte Sonne.
Aquatische Arten: Sie sind aquariengeeignet und z.t. winterhart
(also auch etwas für den Gartenteich, z.B. Utricularia vulgaris).
Die einfachste aquatische Art in der Kultur ist Utricularia gibba.
terrestrische und semiaquatische Arten: Diese Arten werden
in immer feuchtem bis überschwemmtem Torf kultiviert. Sonstige
Kulturtipps: hohe Luftfeuchtigkeit und ein etwas schattierter
Platz. Utricularia livida und U.sandersonii sind ideale und pflegeleichte
Einsteigerpflanzen. Zudem erfreuen sie den Besitzer oft das ganze
Jahr mit einem regelrechten Blütenteppich. Seltener zu finden, aber ebenfalls zu den kleinblättrigen, sehr einfachen und blühfreudigen Arten gehörend sind Utricularia bisquamata und Utricularia subulata.
Noch ein ganz wichtiger Tipp: Mehrere Arten in einem Terrarium
enden schnell in einem untrennbaren "Utri-Salat".
Epiphytische Arten: Diese Arten (wie z.B. U. alpina oder Utricularia humboldtii) sollten
einen feuchten, luftigen und relativ warmen Standort bekommen.
Als Substrat wird oft reines Sphagnum-Moos genommen.
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