Die Gattung Sarracenia (Schlauchpflanzen)
Sarracenia wurde zum ersten mal im Jahr 1601 von Clusius beschrieben
und bekam 1731 (nach Dr. M. Sarrazin; 1659-1734) ihren Namen.
8 Arten sind Heute bekannt, die alle im östlichen Nordamerika
(von Südost-Kanada bis Florida) Zuhause sind. Einige Arten
(besonders Sarracenia purpurea ssp. purpurea) wurden nach Europa
(Irland und Schweiz) verschleppt und ausgewildert. Sie sind z.t.
voll winterhart (z.B. S. flava und S purpurea) - alle Anderen
zumindest bedingt winterhart. Die Sarracenia schlauchartige, oft
bedeckelte Blätter, die aus einem fingerdicken Wurzelrhizom
heraus produziert werden. Bei den meisten Arten stehen diese Schläuche
(bis zu 1m) senkrecht in die Höhe. Die Pflanze fängt
sie Insekten mittels dem glatten, rutschigen und engen Schlauch,
die ein entkommen unmöglich macht. Einige wenige Arten weichen
von der röhrenartigen, aufrecht stehenden Form ab und haben
sich auf bestimmte Beutetiere spezialisiert (z.B. S. psittacina)
bzw sind in ihrer Entwicklung urtümlicher (S. purpurea).
Dieser Schlauch wird bei vorhandenen Insekten mit eigenen Verdauungssekreten
gefüllt (Ausnahme: s. purpurea). Sarracenia gehört zu
den effektivsten Insektenfängern überhaupt. Da bei uns
in Kultur oft viele Insekten sich auf wenige Schläuche "verteilen",
sind die Schläuche oft schon nach ein paar Tagen randvoll
mit Insekten (Schnaken, Schwebfliegen, Stubenfliegen, Wespen,...).
Dies kann dazu führen, daß die Schläuche abknicken
oder die Beute zu schimmeln beginnt, bevor sie vollständig
mit Verdauungssaft überzogen wurde. Urtümlichere Arten
wie S. purpurea bedienen sich der Bakterientätigkeit, um
ihre Beute zu verdauen. Daher ist S. purpurea die einzige Art,
deren (deckellose) Schläuche in Kultur mit Wasser gefüllt
werden müssen.
Vermehrung: Die Pflanzen benötigen eine Fremdbestäubung.
Nach etwa 1/2 Jahr sind die Samen reif und die Samenkapsel öffnet
sich. Eine Rhizomteilung zur Vermehrung ist ebenfalls möglich.
Die Arten - Kurzübersicht:
S. alata:
Bis 70cm hohe Pflanze aus Alabama, Louisiana, Mississippi und
Texas mit hellgelben bis weißen Blüten. Bildet keine
Phyllodien aus und ist nur bedingt winterhart.
S. flava:
wahrscheinlich die Schlauchpflanze mit den größten
Schläuchen (bis 1m hoch). Schläuche in allen Farben
(grün, gelb, rot, gemustert,....). Die Blüte ist gelb.
Kommt in Alabama bis Florida vor. Ist in der Regel winterhart.
S. leucophylla:
Bis 80cm hohe Schläuche mit charakteristischen weißen
Flecken am oberen Schlauchende. Bildet sehr spät Schlüche
(Phyllodien werden oft noch im Sommer gebildet). Rote Blüten.
Heimat ist Florida, Georgia und Mississippi - daher nur bedingt
winterhart.
S. minor:
kleinere Pflanze mit Schläuchen bis 45cm Höhe und helmartigen
Deckel, der durchsichtige Fensterchen besitzt. Heimat ist Carolina
und Florida, daher nicht winterhart.
S. oreophila:
Alabama und Umgebung. Sehr selten (Anhang I des WA). Gelbe Blüten.
Mag es etwas trockener und ist voll winterhart.
S. purpurea:
20-25cm lange, gedrungene Schläuche die am Boden liegen und
keinen Deckel besitzen (einzige Art ohne Deckel). Sehr weit verbreitet.
Die im Norden vorkommende Unterart S. purpurea ssp. purpurea ist
extrem winterhart (-30°C kein Problem). Rote Blüten.
Ideale Anfängerpflanze.
S. psittacina:
An Boden liegende, längliche Schläuche mit einem Deckel,
der den Schlauch fast komplett schließt (kleine Öffnung
nach Unten). Der Schlauch besitzt innen besonders lange, nach
unten gerichtete Haare --> Reusenfalle. Mag es sehr naß,
.zeitweise auch überflutet. Heimat ist Georgia, Florida und
Lousiana, daher bedingt winterhart.
Sarracenia rubra:
Bedingt winterharte Pflanze aus Carolina und Florida.
Kultur:
Als Substrat wird oft wird ein Torf-Sand-Gemisch 3:1 oder 2:1
verwendet. Es sollte im Sommer immer feucht bis naß sein
(Anstauverfahren). Im Herbst bzw. Winter, wenn die Winterruhe
beginnt (einige Arten produzieren dann Phyllodien (Nebenblätter))
sollte man das Erdreich trockener halten.
Die Kultur in einem Gewächshaus oder vor der Fensterbank
kann Töpfen (die nicht zu klein sind) erfolgen. Sarracenia
wächst besonders gut, wenn ein großer Wurzelballen
gebildet werden kann. Auf dem Balkon oder in einem Moorbeet sollte
man Sarracenia auspflanzen. Je sonniger der Standort desto besser
für die Pflanzen.
Alle Sarracenien verlangen eine strenge Winterruhe (verminderte
Feuchtigkeit und Temperaturen um 5 - 8°C). Die winterharten
Arten wie S. oreophila, S. flava, und S. purpurea ssp. purpurea
ertragen während des Winters sogar tiefe Fröste.
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