Allgemeines:
Entdeckt wurde diese Schlauchpflanze schon 1875 durch Hugh M. Neisler. Durch
die Ähnlichkeit mit Sarracenia flava wurde die Pflanze 1900
von T. J. Kearney als Sarracenia flava var. oreophila eingeordnet
und beschreiben. 1933 bemerkte Edgar T. Wherry anhand von gezüchteten
Pflanzen die doch grösseren Unterschiede. Er führte die Erstbeschreibung
und die Einordnung als eigene Art durch. Der Name oreophila besteht
aus den griechischen Wörtern "oros" (= Berg) und
"philos" (= Freund). Das zusemmengesetzte Wort spielt
damit auf den Standort an - die Pflanze "liebt die Berge".
Zu finden ist diese inzwischen sehr seltene Pflanze nur noch im
Nordosten von Alabama und in North Carolina. Sie gilt als akut
vom Aussterben bedroht und ist seit 1981 daher im CITES Anhang
I gelistet. Die Pflanze bevorzugt als Standort schattige Plätzchen
auf Sandbänken oder Sümpfen von Flüssen oder Seen.
Diese können im Sommer auch komplett austrocken. Das Substrat
ist generell leicht sauer. Generell scheint Sarracenia oreophila
kleinere Gruppen mit bis zu 50 Pflanzen zu bilden - selten sind
es mehr.
Die Pflanze hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Sarracenia flava,
bleibt jedoch kleiner. Die Schläuche werden 20 bis 70 cm
hoch und besitzen eine gelbgrüne Farbe. Über dem Schlaucheingang
befindet sich ein Deckel, der bei viel Sonne fein rot bis rotviolett
geadert ist. Die ersten Schläuche sind oft schon bei erscheinen
der Blüte komplett ausgebildet. Schon im Sommer hört
die Schlauchproduktion auf - die Pflanze beginnt so langsam mit
der Bildung von Phyllodien, die bis in das Frühjahr vorhanden
sind. Grund der Phyllodienbildung sind die trockenen Sommer am
Naturstandort. Die Phyllodien sind etwa 5 - 20 cm lang und sind
umso zahlreicher je dunkler der Standort ist. Das Rhizom erreicht
eine Dicke von 1 - 1,5 cm.
Die Blüten (5 - 8,5 cm im Durchmesser) sind gelbgrün
bis hellgelb in der Färbung und besitzen knapp 5 cm lange
Kronblätter (Petalen). Sie sitzen an einem 40 - 70 cm hohen
Blütenstängel. Blütezeit ist Mai bis Anfang Juni.
Der Fruchtknoten erreicht bei erfolgreicher Bestäubung einen
Durchmesser von 1,5 - knapp 2cm.
Als schnelles Unterschiedungsmerkmal von S. flava dienen übrigends
die Phyllodien: Bei S. flava sind diese mehr oder weniger aufrecht
und gerade, während bei S. oreophila die Phyllodien stark
gebogen sind und von der Pflanze wegzeigen.
Kultur:
Meine Pflanze ist eine S. orephila var "heavy veined",
die bei viel Sonnenlicht eine stärkere Musterung der Schläuche
zeigt. Die Kultur ist jedoch bei allen Varietäten gleich.
Aufgrund des Naturstandortes sind 2 Eigenschaften für die
Kultur hervorzuheben: Zum einen mag es Sarracenia oreophila trockener
im Vergleich zu anderen Sarracenia - selbst im Sommer muß
kein permanentes Anstauverfahren beachtet werden. Zum Anderen
verträgt die Pflanze durch die bergige Heimat und dem kontinentalen
Standort auch kalte Winter.