Die Gattung Nepenthes (Kannenpflanze)


1753 wurde die erste Kannenpflanze (es war Nepenthes distillatoria) offiziell beschrieben. Inzwischen kamen 90 weitere Arten dazu, wobei Nepenthes jacquelineae (Sumatra) die am letzten entdeckte und beschriebene Art ist. Damit ist die Gattung Nepenthes die Größte Gattung mit Fallgruben.
Die Pflanzen sind im gesamten tropischen asiatischen Raum (hauptsächlich Südostasien, besonders Borneo mit allein über 30 Arten) zu finden. 2 Arten sind zudem (nur) im Osten von Madagaskar heimisch. Die weit verbreitete Nepenthes mirabilis hat es als (bisher) einzige Kannenpflanze sogar den Sprung nach Queensland, Australien geschafft.
Sie wachsen dort an nährstoffarmen Stellen (z.B. sandige Stellen, Felsen, Sümpfe) als bodenständige Rosette oder sind als kletternde Ranken (mit 15 m Höhe und mehr) dort zu finden. Einige Arten bevorzugen ein epiphytisches Wachstum. Grundsätzlich wird zwischen Tieflandarten und Hochlandarten unterschieden, wobei oft die Hochlandarten in "normale" Hochlandarten und in Ultra-Hochlandarten unterteilt werden. Die Kannen werden je nach Art 2-60 cm groß, besitzen einen unbeweglichen Deckel und einen nach innen umgekrempelten, sehr glatten Kragenrand (Peristom). Auf und unter diesem Kragenrand wird Nektar produziert und somit die Beute angelockt. Die Kanne ist unten mit eigenen Verdauungssekreten gefüllt. Die Beute besteht in den meisten Fällen aus Insekten. Nur in sehr wenigen Ausnahmefällen wurden kleinere Echsen, Vögel und kleine Nagetiere in den Kannen größerer Arten gefunden. Bei vielen Arten gibt es interessanterweise zwei ganz unterschiedliche Kannen: untere Kannen (auch Bodenkannen) und obere Kannen, die sich wie z.B. bei N. lowii extrem unterscheiden können.

Kultur:
Kannenpflanzen sind in der Kultur nicht ganz einfach. So ist prinzipiell eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit notwendig. Sollte man sich jedoch an diese Pflanzen herantrauen, kann man die Hybriden (die z.T. auch im Gartencenter zu finden sind) sehr empfehlen. Ich habe mein Terrarium mit solchen Hybriden auch begonnen.
Wichtig ist, dass man weiß, ob es sich um eine Tieflandart oder um eine Hochlandart handelt, da hier unterschiedliche Kulturbedingungen gefordert sind. Die Tieflandarten mögen ganzjährig Temperaturen von 20-35°C (besser 25-35°C). Die Hochlandarten bevorzugen tagsüber einen Temperaturbereich von 20-30°C und benötigen eine deutliche Temperaturabsenkung in der Nacht, wobei für die meisten Arten eine Absenkung auf ca. 16°C ausreichend ist. Generell gilt eine hohe Luftfeuchtigkeit von größer 75% (besser 80%), da sonst keine Kannen produziert werden. (Ausnahmen sind hier einige robuste Hybriden, die auch bei 60% Luftfeuchtigkeit und gelegentlichem Besprühen Kannen produzieren). Viel Licht - jedoch keine direkte Sonne wird von allen Pflanzen gewünscht. Hochlandarten benötigen hierbei besonders hohe UV-Werte (mögen aber keine Temperaturen über 30°C). Bei zuwenig Licht kann es durchaus sein, daß Kannenpflanzen dann keine Kannen bilden. Als Substrat dient ein sehr lockeres Gemisch aus Weißtorfund und verschiedenen Beimischungen (Sand, Perlite,...). Es sollte immer feucht (nicht nass) sein - daher ist das Anstauverfahren nicht geeignet.
Die Kannen haben eine begrenzte Lebensdauer. Wenn sie "altersbedingt" absterben, beginnt es meist mit dem Vertrocknen des Deckels, gefolgt von der oberen Hälfte der Kanne. Die Pflanze entnimmt nun noch der Kanne noch verwertbare Stoffe - es kann sein, dass sich scheinbar wochenlang nichts tut. Erst wenn die Kanne komplett vertrocknet ist sollte sie abgeschnitten werden. Das grüne Blatt läßt man am besten stehen.

Meine Pflanzen:
unbekannte Nepenthes Hybride
Nepenthes alata x ventricosa (Nepenthes x ventrata)
Nepenthes inermis x ventricosa (Nepenthes x ventrinermis)
Nepenthes ampullaria
Nepenthes campanulata
Nepenthes pervillei
Nepenthes rajah

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