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Nepenthes rajah


Allgemeines:
Diese Art ist in der Natur akut vom Aussterben bedroht und wird daher auch in Anhang I des Washingtoner Artenschutzgesetzes gelistet
Die wahrscheinlich bekanntste und eine der größten Kannenpflanzen wurde 1858 von Hook entdeckt. Heimat ist Borneo, genauer gesagt die Lichtungen der Urwaldgebiete des Mount Kinabalu (und vereinzelt Mt. Tambuyukon) in der Höhenlage von 1500-2650m. Damit zählt Nepenthes rajah zu den Hochlandnepenthes. Tagsüber wird es nicht richtig heiß (30°C); und Nachts kühlt es stark ab. Aufgrund des Abkühlens steigt die Luftfeuchtigkeit enorm an (Tagsüber 70-75%, Nachts über 95%). Es bilden sich dicke Nebelschwaden, daher wird diese Regenwaldregion auch als Nebelwald bezeichnet. Der jährliche Niederschlag liegt um 3000 mm. Der Boden ist reich an Magnesium - daher ist er leicht alkalisch - und besteht aus recht grobem Material (Serpentin-Gesteinsbrocken). Das Licht ist aufgrund der Höhenlage reich an UV-Strahlen und erreicht aufgrund der geographischen Lage Borneos jeden Tag 12 Stunden lang die Pflanze. Wobei die Pflanze anscheinend nur an Standorten wächst, an denen kein direktes Sonnenlicht ankommt. Es gibt als keinen Sommer-Winter-Unterschied.
Bekannt & berüchtig geworden ist die Pflanze durch das Auffinden von toten Ratten oder kleinen Vögeln (bzw. deren Reste) in den Kannen. Nepenthes rajah ist - soweit ich weiß - die einzige Kannenpflanze bei der Säugetiere als Beute gefunden wurden. Wobei dieses nur gelegentlich passiert und die Tiere wohl auch geschwächt waren. Die eigentliche Beute besteht aus Insekten.
Es handelt sich um eine sehr langsam wachsende Pflanze. Bis zur ersten Blüte vergehen mindestens 10 Jahre und bis die Pflanze ihre volle Größe erreicht hat 100 Jahre. Die nichtkletternde Pflanze besitzt ca. 50-80 cm lange "Blätter" an denen bis 35 (max. 40) cm hohe und 18-20 cm im Durchmesser große Kannen sitzen. Eine weitere Besonderheit sind die Rankenansätze, die ca. 2-4 cm vor dem Blattende nach unten herauswachsen. Dies kommt nur bei sehr wenigen der Kannenpflanzen vor. Die Blütenstiele werden bis 120 cm hoch.

Kultur:
Sie gehört (wohl aufgrund der riesigen Kannen) zu den am meisten gewünschten Pflanzen von Nepenthes-Sammlern. Bis vor ein paar Jahren war die Pflanze kaum herzubekommen. Inzwischen ist es durch die invitro-Vermehrung etwas einfacher geworden an kleinere Pflänzchen ranzukommen. Zu beachten: Nepenthes rajah ist nicht ganz einfach in der Kultur. Jede Art von Boden-Düngung sollte man unterlassen. Das Substrat selbst muss sehr luftig und locker sein. Viele verwenden lebendes Sphagnum Moos (ohne oder mit etwas Quarzsand-Zusatz), welches immer feucht (nie stehendes Wasser oder trocken) gehalten wird. Ich probiere die Methode reines Sphagum mit etwas Quarzsand. Größere Pflanzen werden z.t. in sehr grobe Orchideenerde oder Torf-Perlite-Rinden-Mischungen gepflanzt. Nepenthes rajah bildet ein recht großes Wurzelwerk, daher sollten die Töpfe ne Nummer größer sein. Da es sich um eine Hochlandpflanze handelt empfehlen sich Tagestemperaturen von 25°C und eine gute Abkühlung in der Nacht (auf ca. 10-15°C). Temperaturen über 30°C sind zu meiden. Hohe Luftfeuchtigkeit (60-70%) ist selbstverständlich, wobei sie Nachts schon Richtung 100% gehen darf. Viel Licht ist ebenfalls ein muss. Eine Zusatzbeleuchtung wird in den meisten Fällen erforderlich sein - wobei starke Beleuchtung auch schon wieder zuviel ist. Direktes Sonnenlicht im Sommer sollte man meiden. Werden die Blätter rötlich / rot ist schon zuviel Sonne / Licht vorhanden. Das Nichteinhalten der Temperaturbereiche (Tag/Nacht) nimmt die Pflanze einem sehr schnell übel.


Noch ein ganz junges Pflänzchen (aus Gewebekultur).
Nächste Bilder - ein knappes Jahr später.


Januar 2004:


Aktuelle Bilder (April 2004):


Sehr schöne Bilder vom Naturstandort (Borneo) sind hier

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