Allgemeines:
1819 entdeckt Dr. William Jack die Pflanze. Die Erstbeschreibung
erfolgte dann 1835 durch Jack.
Heimat/Standort: Zu finden ist diese weit verbreitete Tieflandnepenthes
in einer Höhenlage von 0-2100 m - wobei die meisten Pflanzen
im Gebiet von 100-1100 m zu finden sind. Dort wächst die
Pflanze in nährstoffarmen Grasflächen und Sumpfgebieten
der tropischen Wälder. Manchmal ist das Substrat auch sehr
sandig. Der Standort ist immer schattig - manchmal regelrecht
"dunkel". Das Heimatgebiet umfasst ein recht großes
Areal: Borneo, Brunei, Sumatra, Thailand, Singapur und New Guinea.
Die Pflanze:
Anhand der relativ kleinen, fast kugelförmigen Kannen (10
cm Höhe und 7 cm Durchmesser) mit ihrem sehr typischen Aussehen
ist Nepenthes ampullaria sehr leicht zu bestimmen. Das Peristom
ist relativ breit, der schmale Kannendeckel steht (für Kannenpflanzen
ganz untypisch) senkrecht in die Höhe oder gar nach Hinten
weg. Die Form bleibt unverändert durch alle Varietäten
- die Farbgebung kann jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Neben
ganz grünen Kannen gibt es gestreifte Kannen, gepunktete
Varietäten oder komplett rote Varietäten. Die unteren
Kannen sind Bodenkannen, die oft halb vergraben im Blätterlaub
gefunden werden. Sie wachsen rosettenförmig um die Pflanze
herum. Die Blattstielen sind nicht so stark blattartig ausgebildet,
wie die Stiele der oberen Kannen. Die oberen Kannen wachsen an
12-25 cm langen, lanzettenförmigen blattartig verbreiterten
"Blattstielen". Sie werden wesentlich seltener gebildet
- oft bildet der Blattstängel nur die Ranke zum Klettern
aus. Wie schon angedeutet - die Pflanze klettert gerne und erreicht
dabei Höhen von 6 -10 m, ab und zu mehr. Vereinzelte Exemplare
von 15 m Höhe wurden schon gesichtet, damit gehört N.
ampullaria zu den größten Kannenpflanzen (bezüglich
Wuchshöhe) überhaupt.
Interessant ist die Ernährungsweise der Pflanze, die sich
von den meisten Arten der Gattung unterscheidet: Denn nur der
kleinste Teil besteht aus Insekten, der größere Teil
aus Teilen, die von oben herabfallen. Hierzu gehören kleine
Tiere, Kot von Tieren und Vögeln, sowie herabfallende Pflanzenteile.
N. ampullaria bildet auch in der Natur viele Hybriden - z.B. mit
Nepenthes albomarginata, N. bicalcarata, N. gracilis, N. mirabilis
oder Nepenthes rafflesiana. Es sind verschiedene Varietäten bekannt.
Die Varietät "typical" wird je nach Zeichnung der Kannen zusätzlich in verschiedene Formen eingeteilt. So gibt es z.B. die grüne Form "green", die Form "straits" mit streifenförmigem Muster, die gepunkte Form "spottet" oder z.B. die ganz rote Form 'Cantley's Red'.
Kultur:
Da die Pflanze eine echte Tieflandnepenthes ist, ist die Kultur
schon relativ einfach. Zudem gehört die Pflanze in dieser
Gruppe zu den einfachen Pflanzen. Sie ist daher für den etwas
fortgeschritteren Fleischi-Liebhaber eine gute Einstiegspflanze
der reinen Nepenthes-Arten. Der einzige Nachteil dieser Pflanze
ist die Vorliebe für das Klettern und die enorme Größe.
Wichtig für eine erfolgreiche Kultur - aufgrund der Bodenrosette
- ist ein großer Topf.
Nepenthes ampullaria mag es das ganze Jahr über gut warm
- 23-35°C gelten als optimaler Bereich. Die Luftfeuchtigkeit
sollte permanent über 75% sein, bei höherer Luftfeuchtigkeit
wächst die Pflanze allerdings etwas besser. Vor direktem,
starken Sonnenlicht ist die Pflanze zu schützen, dennoch
mag es die Pflanze hell. Als Substrat ist reines Sphagnum zu empfehlen,
welches immer feucht - leicht nass zu halten ist. Nicht austrocknen lassen.
Eine Pflanze kommt ursprünglich aus der Gegend Sipitang im Norden Borneos, die Andere aus dem Gebiet Angkasa (Irian Jaya) im Osten Indonesiens.
Bildung einer neuen Kanne:
Bei sehr viel Licht werden statt grüner dann dunkelrote Blätter gebildet.