Die Gattung Drosera (Sonnentau)


Mit über 150 Arten rund um den Globus ist die Gattung Drosera nach Utricularia die zweitgrößte Gattung der fleischfressenden Pflanzen. Die Pflanzen dieser Gattung sind schon im 12. Jahrhundert bei botanisch interessierten Mönchen bekannt gewesen.
Die enorme Artenvielfalt zeichnet sich auch durch eine Größenschwankung von 1 cm im Durchmesser (Zwergdrosera) bis 70 cm im Durchmesser aus. Es gibt sowohl winterharte Arten, als auch tropische Arten oder Arten die Zwiebeln für Trockenperioden bilden. Die Zwiebeldrosera und Zwergdrosera sind z.B. in Australien heimisch. Winterharte Drosera findet man in ganz Europa und in Nordamerika.
Alle haben gemeinsam, daß tentakelbesetzte Blätter gebildet werden. Bei allen Drosera sind die Tentakeln beweglich (z.T. sehr schnell wie bei Drosera burmanii). Manche Arten bieten zudem eine aktive Blattbewegung (z.B. Drosera capensis). Größere Arten können auch Stubenfliegen und (eher selten) Wespen fangen. Die Beute wird mit Hilfe eigener Verdauungsenzyme verdaut.

Die Gattung Drosera kann man grob wie folgt einteilen:
- winterharte und Winterknospen bildende Arten (z.B. D. anglica, D.intermedia, D. rotundifolia und D. filiformis ssp. filiformis
- subtropische Arten (z.B. D. aliciae, D. capensis, D. collinsiae, D. cuneifolia, D. natalensis, D. spatulata aus Südafrika, D. binata aus Australien und D. capillaris aus Amerika.)
- Knollendrosera (z.B. D. auriculata, D. erythrorhiza, D. macrophylla, D. peltata oder D. stolinifera)
- Queensland-Drosera (bestehend aus D. adelae, D. prolifera und D. schizandra)
- Zwergdrosera (z.B. Drosera callistos, D. dichrosepala, D. enodes, Drosera ericksoniae x pulchella, D. pygmaea, D. scorpioides)
- Der "Petiolaris-Komplex" mit seinen subtropischen/tropischen Pflanzen aus Australien (z.B. D. petiolaris, D. falconeri, D.caduca)
- Tropische Drosera aus Südostasien oder Südamerika wie z.B. D. burmannii oder Drosera madagascariensis
Kultur:
Die Kultur ist oft recht einfach. Meist genügt ein Substrat aus Torf uns Sand. Die Gattung Drosera ist unter den fleischfressenden Pflanzen eine der Gattungen die besonders empfindlich auf Kalk reagiert. Ebenso mag Drosera keinen Dünger. Oft (außer Hybriden) ist die Vermehrung über Samen problemlos möglich. Viele Arten (außer z.B. Zwergdrosera) lassen sich auch über Blatt- und Wurzelstecklinge vermehren. Für Einsteiger eignen sich subtropischen Arten - besonders - D. aliciae oder D. capensis.
Weitere Kulturbedingungen hängen davon ab, aus zu welcher "Gruppe" die Art zugeordnet wird:
winterharte Drosera:
Diese Pflanzen sind in einem ganzjährig draußenstehenden Moorbeet am Besten aufgehoben. Eine Überwinterung bei 5°C ist daher Pflicht. Sie vertragen aber auch längere Frostperioden (- 10°C kein Problem) und treiben im Frühjahr wieder aus. Im Sommer sollte es sonnig, aber nicht zu heiß sein. Für eine Kultur am Fensterbrett oder im Terrarium sind diese Pflanzen ungeeignet. Als Substrat ist ein Torf-Sand-Gemisch (etwa 3:1) gut geeignet.
subtropische Arten:
Die einfachen, für Anfänger geeigneten Pflanzen wie D. aliciae und D. capensis gehören hier dazu. Da die Pflanzen es in ihrer Heimat oft ganzjährig warm haben sind diese für die ganzjährige Zimmerkultur bestens geeignet. Eine Luftfeuchtigkeit von über 50% (besser sind 60%) sollte jedoch gewährt werden. Das Südfenster und Temperaturen von 20-25°C (Temperaturbereich von 5-35°C auch OK) sind für diese Pflänzchen ideal. Permanentes Anstauverfahren und ein Torf-Sand-Gemisch 3:1 sind zu empfehlen. Vermehren lassen sich die Pflanzen problemlos über Samen und über Blattstecklinge. Blattläuse, die schnell großen Schaden anrichten, sind als Schädlinge zu beachten.
Knollendrosera:
Diese Gruppe mit ihren Arten ist nichts für Anfänger, da die besonderen (und anspruchsvollen) Kulturbedingungen streng eingehalten werden müssen. Im Sommer wird es in der australischen Heimat knochentrocken - eine trockene Sommerpause ist für die Knollendrosera Pflicht. Ende Herbst / Anfang Winter treiben die Pflanzen dann wieder aus und sollten bei 5-20°C gehalten werden. Ebenfalls Pflicht: leichte Anstaubewässerung und ein sehr luftiges und sandiges Substrat.
Queensland-Drosera:
Der Name verrät schon zum Teil die Herkunft: Pflanzen kommen aus den tropischen Urwäldern vom australischen Bundesland "Queensland". Sie sind nicht unbedingt für Anfänger geeignet. Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit von 70-80% und ein heller Standort (ohne direktes Sonnenlicht) bei ganzjährig warmen (20-30°C) Temperaturen sind für diese Pflänzchen ideal. Als Substrat wird meist ein Torf-Sand-Gemisch (etwa 4:1) verwendetDie Queensland-Drosera dürfen auf keinen Fall (auch nicht verdünnt) gedüngt werden.
Zwergdrosera:
Diese Gruppe der Drosera-Winzlinge aus Australien ist ideal für ein Terrarium. Beginnen sollte man mit den Zwergdrosera erst als "fortgeschrittener Anfänger". Temperaturen im Sommer von 20-25°C sind ideal- im Winter etwas kühler (15-20°C) und - besonders wichtig - weniger Licht (unter 9h) am Tag. Die Zwergdrosera bilden dann (als Besonderheit dieser Gruppe) Brutschuppen, die Ideal zur Vermehrung der Pflänzchen sind. Substrat: Torf-Sand-Gemisch 2:1. Zwergdrosera sollten nicht in permanentem Anstauverfahren gehalten werden.
Petiolaris-Komplex:
Diese Gruppe ist für Forscher/Fachleute interessant: Ständig werden neue Arten entdeckt. Pflanzen dieser Gruppe sind noch recht selten in der Kultur und zudem auch noch recht schwer zu halten. Sie benötigen sehr viel Licht (spezielle Zusatzbeleuchtung notwendig) und tagsüber (auch im Winter) eine regelrechte "Hitze". Eine starke Nachtabkühlung ist ebenfalls erforderlich. Zudem ist eine erhöhte Luftfeuchtigkeit notwendig.

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