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rundblättriger Sonnentau - Drosera rotundifolia

Pflanze von Oben

Geschichtliches:
Im 12. Jahrhundert setzten Mönche die Pflanze als Heilkraut unter dem Namen "herba sole" ein um Reizhusten zu lindern. Später wurde die Pflanze auch allgemein gegen Lungenleiden, Schwindsucht, Epilepsie oder Geisteskrankheit eingesetzt. Die Bevölkerung bevorzugte die Namen Himmelstau, Herrgottslöffel, Himmelslöffelkraut oder Widdertod. Eine höhere Dosierung hatte nämlich bei Lungenschwindsüchtigen oft zur Folge dass diese recht schnell verstarben. Und der Name Widdertod kam daher, dass Schafe die zuviel Sonnentau "genascht" hatten einen tödlich endenden Husten bekamen.
Heute sind die Wirkstoffe der Pflanze bekannt: Das Verdauungssekret der Pflanze enthält Enzyme (Proteinase und Pepsinase), sowie antibiotisch und krampflösend wirkende Naphthochinonderivate. Heute noch wird vereinzelt bei homöopathischen Arzneimitteln eine "Sonnentau-Tinktur" gegen Reizhusten angeboten bzw. verordnet. Infolge des Artenschutzes wird auf Pflanzen in Züchtungen zurückgegriffen (wobei hier meist andere, schneller wachsende Drosera-Arten zum Zuge kommen). Die offizielle Erstbeschreibung erfolgte dann 1753 durch Linneaus. Drosera rotundifolia wurde 1992 übrigens zur Blume des Jahres gewählt.

Englischer Name: Round Leaf Sundew (manchmal auch "round leaved Sundew" oder "Common Sundew")
Botanischer Name: Drosera rotundifolia --> rotundifolia von rotundus (= rund) und folius (= Blatt).

Heimat / Standort:
Man kann bei Drosera rotundifolia fast sagen "auf der ganzen Nordhalbkugel". Von ganz Europa, über Sibirien nach Nordchina, Korea und Japan. Kanada und die USA (hauptsächlich Appalachen, Große Seen, Rocky Mountains) sind ebenso "besiedelt". Ja sogar im eisigen Alaska und Grönland ist die Pflanze heimisch. Nur die arabische Welt und Nordafrika sind der Pflanze dann doch zu warm und trocken. Der natürliche Standort der Pflanze besteht aus moorigen, nassen, kalkfreien Gebieten (also meist Hochmooren) mit viel Licht (meist vollsonnig). Der pH-Wert des Substrates schwank (laut Literatur) je nach Standort zwischen neutralen 7 und sauren 3. Wobei "sauer" bevorzugt wird.

Die Pflanze selbst:
Drosera rotundifolia bildet eine bodenständige Rosette aus. Die tentakelbesetzen Fang-Blätter erreichen gerade mal einen Durchmesser von 10 - 15 mm und sitzen an kurzen Stängeln.
Drosera rotundifolia ist eine mehrjährige Pflanze mit einem schwach ausgebildeten Wurzelsystem das gerade einmal 6 cm Tiefe erreicht.
Die Pflanze blüht von Juni - August. Die 2 - 15 Blüten (ca. 1 cm im Durchmesser) sind weiß und sitzen an einem etwa 15 - 25 cm hohen Blütenstängel. Es werden reichlich Samen gebildet - diese sind etwa 1 mm lang und haben eine braune Farbe. Samen die im Frühjahr keimen können schon zu blühenden Pflanzen im Spätsommer heranwachsen.
In der Natur sind zahlreiche Hybriden vorhanden. So ist auch der einheimische, langblättrige Sonnentau (Drosera anglica = Drosera longifolia) als Kreuzung mit Drosera rotundifolia weit verbreitet. Ein weit verbreiteter Name dieser Kreuzung ist Drosera x obovata. Spezielle Kreuzungen wie Drosera x rotundicapensis (mit Drosera capensis) oder Drosera x tokaiensis bzw. Drosera ' Kansai ' (beide mit Drosera spatulata) sind ebenso bekannt.

Ich hatte meine ersten Pflänzchen in einem Terrarium, das bei schönem Wetter draussen stand und im Winter an einen kühlen Ort gebracht wurde. Leider haben die Pflanzen den Winter nicht überlebt: Schwer dezimiert (nach einem massiven Blattlausangriff im Sommer) kam im Winter noch eine Schimmelattacke dazu. Die neuen Pflänzchen befinden sich nun ganzjährig draussen in einem kleinen Moorbeet. Als Moorbeet dient eine grosse Mörtelwanne, die an einer luftigen und sonnigen Stelle ihren Platz gefunden hat.

Foto der Drosera rotundifolia
oben: Gruppe kleiner Drosera rotundifolia im Terrarium.

Pflanze von Oben
Pflanze von Oben
oben: Drosera rotundifolia im Moorbeet: einmal von oben und einmal von der Seite.

nächstes Bild: etwas unscharf ein Foto der Samen von Dr. rotundifolia.
Samen

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