Allgemeines: Die Erstbeschreibung erfolgte 1824.
Dieser Zwergsonnentau hat den passenden Namen, der die Größe
wortwörtlich wiedergibt. Drosera pygmaea gehört zu den kleinsten Zwergen innerhalb
der Zwergsonnentaugruppe. D. pygmaea ist eine aufrecht wachsende
Pflanze welche eine Rosette von knapp 15 mm Durchmesser bildet.
Um das Stämmchen herum werden kleine, seidige Nebenblätter
gebildet. Das Fangblatt selbst hat einen Durchmesser von 1,5 -
2 mm und wird durch die Tentakeln auf einen Durchmesser von 5
mm vergrößert. Der Stängel ist etwa 6 mm lang
und 0,2 - 0,3 mm breit. Die Pflanze ist 2-jährig und wird
bei genügend Sonnenlicht leuchtrot. Drosera pygmaea bildet
eine etwa 15 cm lange, empfindliche Pfahlwurzel.
Anfang Winter (Ende November) bei unter 9h Licht pro Tag und kühlerer
Temperatur bildet die Pflanze Brutschuppen an den Blattursprüngen.
Sie sind kreisrund (0,6 mm Durchmesser) und relativ flach (0,15
mm Dick). Diese Brutschuppen bilden aufgestreut auf dem Boden
innerhalb kürzester Zeit wieder erwachsene Pflänzchen
- eine sehr effektive Vermehrungsmethode neben der Blüte.
Die Blüte selbst besitzt 4 weiße Blütenblätter
(damit ist D. pygmaea die einzige Art der Gruppe Zwergsonnentau
mit 4 Blütenblättern) und erreicht eine Größe
von ca. 5 mm Durchmesser. Die Petalen sind etwa 3 mm lang und
2 mm breit. An den 1-4 Blütenstängeln (2,5 cm hoch)
wird immer eine einzelne Blüte gebildet. Blütezeit ist
September-Januar (also Ende Frühjahr, Anfang Sommer).
Kultur: Die Kultur ist in einem 1:1 oder 3:2 Gemisch aus Torf und Sand
verbreitet. Ich halte meine Pflanzen in einem Gemisch von 1:1
Torf / Quarzsand in einem Terrarium zusammen mit dem Zwergkrug.
Das Gemisch wird ganzjährig feucht gehalten, jedoch nicht
in permanentem Anstauverfahren. (Das Wasser lasse ich aufbrauchen
und fülle ein paar Tage nicht gleich nach. Der Boden ist
aber noch feucht). Die Luftfeuchte, bei der ich die Pflänzchen
halte liegt bei 60-70%. Temperaturen über 30°C vermeide
ich. Ein Standort am Südfenster ist Pflicht, da die Pflanze
sehr viel Licht benötigt und die pralle Sonne den Pflanzen
nicht schadet. Das Terrarium mit Drosera pygmaea befindet sich
das ganze Jahr über in der Wohnung. Wobei ich im Winter (Brutschuppenbildung!)
ein kühleres Zimmer (16-20 °C) verwende, welches Abends
nicht künstlich beleuchtet wird. Dadurch ist die Dauer des
Tageslichts stark verkürzt.
Umtopfen sollte man vermeiden: Die Pflanze bildet eine sehr
Pfahlwurzel. Bei Beschädigung stirbt die Pflanze unweigerlich
ab. Daher die Samen / Brutschuppen gleich in das Endgefäß
(20cm tief) aussähen.
Ebenso sollte man Spritzmittel bei Insektenbefall vermeiden -
die Pflanzen vertragen diese nicht.