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Drosera prolifera

Allgemeines:
Entdeckt 1932 durch Leonard John Brass (1900-1971, australischer Botaniker). Die Erstbeschreibung erfolgte 1940 durch C.T. White
Im englischen als 'Hen & Chickens Sundew' bezeichnet.
Dieser Sonnentau wird zusammen mit Drosera adelae und Drosera schizandra aufgrund der engen genetischen Verwandtschaft und dem eng zusammenliegenden Verbreitungsgebiet (Nordosten von Queensland) zur Gruppe der Queensland-Drosera dazugezählt. Botanisch richtig heißt diese Gruppe "Sektion: Prolifera". Die Sektion Prolifera wird zur Untergattung Drosera dazugezählt.
Heimat dieser Queensland-Drosera ist das "bergige Hinterland": Im Thornton Peak (nördlich von Cairns, Queensland, Australien) unweit der Standorte von Drosera adelae. Zu finden ist Drosera prolifera in der Höhenlage um 900m.


Die Pflanze selbst:
Drosera prolifera ist eine mehrjährige Pflanze.
Das tentakelbesetzte Fangblatt sitzt an einem ca. 4 cm langen und 1,5mm dicken Blattstiel und ereicht einen Durchmesser von ca. 2,5 cm. Das Fangblatt hat ein typisches nierenförmiges Aussehen und ist meist hellgrün gefärbt. Die Pflanze im Vergleich zu anderen Drosera ein schlechter Insektenfänger, die nur kleine Mücken fängt. Zudem ist die Pflanze - wie ihre Schwestern - recht bewegungsfaul.
Dafür ist die Pflanze umso vermehrungsfreudiger:
Wenn ein an der Pflanze wachsendes Blatt den Boden berührt bilden sich nach kurzer Zeit neue Pflänzchen aus diesem. Sie breitet sich auf diese Weise gerne aus - ebenso über den Weg der Wurzelausläufer.
Drosera prolifera ist zudem die einzige Art der Gattung Drosera die Kindl (oberirdische Ausläufer) ausbildet. Diese bilden sich am Ende der langen Blütenstängel and wachsen (wenn sie Substratkontakt kriegen) recht schnell zu großen Pflanzen heran. Natürlich gibt es dann auch noch die Blüte: Die kleinen, roten Blüten sind an einem bis 25 cm hohen Blütenstängel zu finden.

Kultur:
Aufgrund der tropischen Herkunft mag es die Pflanze warm - sie ist also für eine ganzjährige Zimmerkultur bestens geeignet. Man kann der Pflanze einen Sommer-Winter-Zyklus anbieten: Die Pflanze stellt jedoch bei kühleren Temperaturen (unter 15°C) das Wachstum fast ein bzw. ganz ein. Im Sommer dürfen die Temperaturen die 30°C Marke überschreiten. Die Luftfeuchtigkeit sollte recht hoch sein (75-85%, höher macht nichts aber es besteht Schimmelgefahr, bei weniger als 60% verschwinden oft die Klebetropfen). Oft hat die Pflanze nur 6 oder 7 aktive Fangblätter. Drosera prolifera ist sehr sparsam bezüglich des Nahrungsbedarfes (kommt fast ganz ohne Fleischnahrung aus) und darf daher nicht gedüngt werden. Eine Milchdüngung wird nicht empfohlen, wobei ein kleiner Tropfen von der Pflanze noch rechtzeitig aufgenommen wird bevor das Ganze zu Schimmeln beginnt. Als Substrat wird ein Torf-Sand-Gemisch 1:1 verwendet. Fast das ganze Jahr über permanentes Anstauverfahren. Im Winter kann man mal den Wasserspiegel sinken lassen und dann erst nachgießen. Die Pflanze mag es noch etwas dunkler als Drosera adelae. Hier sollte keine direkte Mittagssonne (außer im Winter) die Pflanze erreichen.
Drosera prolifera lässt sich sehr leicht über Blattstecklinge und Wurzelstecklinge vermehren. Sie breitet sich über "Blattstecklinge" und Seitentriebe recht schnell aus - gerne auch in benachbarten Töpfen, wenn es in Blattreichweite war.
Im Bezug Samen ist die Pflanze sparsam: Sie blüht zwar sehr gerne bildet aber in der Kultur nur sehr selten Samen.
"Krankheiten":
Keine Klebetropfen: Hier ist diese Pflanze etwas heikel. Blätter die ihre Klebetropfen verloren haben bilden auch keine mehr. Wichtig, damit diese Pflanzen überhaupt Klebetropfen "reichlich" bilden können: Anstauverfahren und hohe Luftfeuchtigkeit.
Deformierte Blätter können als Ursache den "Saunaeffekt" haben. Das heißt in einem geschlossenen Terrarium erreichte die Mittagshitze über 35°C und 100% Luftfeuchtigkeit für längere Zeit - was auch dieser Tropenpflanze dann zuviel war.

Junge Pflanze (kurz nach dem Kauf - sie hatte die Klebetropfen verloren und 3 Monate später):


Die ganze Pflanze:


Nahaufnahme eines Blattes mit der typischen Form:


Nahaufnahme des Blütenstängels mit einer geöffneten Blüte:


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