Weg 1 - Blattstecklinge bei Cephalotus follicularis und
Dionaea muscipula.
Bei diesen beiden zufällig monotypischen Gattungen muss das
Blatt möglichst nahe an der Blattbasis abgetrennt werden.
Also praktisch direkt am "Stamm". Beim Abtrennen der
Blätter muss man aufpassen, damit man nicht andere Blätter
oder gar die Mutterpflanze beschädigt. Am Besten hält
man diese daher fest.
Das Blatt wird möglichst weit unten (mit Teilen der Blattbasis)
von der Pflanze abgetrennt und mit dem unteren Teil (der an der
Pflanze befestigt war) leicht schräg (etwa im 40° Winkel)
in Spahgnum Moos oder eine Sand-Torf-Mischung (1:1 bis 1:2) gesteckt.
Etwa 1/3 bis knapp die Hälfte sollte sich "unter der
Erde" befinden.
Hohe Luftfeuchtigkeit, viel Licht (evtl. künstlich beleuchten)
und eine Temperatur um 20°C sind wichtig. Nach ca. 4-6 Wochen
bilden sich winzige Pflänzchen (bei Cephalotus follicularis
kann es auch wesnetlich länger dauern). Wenn sich mehrere
Blätter (am besten 5 oder mehr) richtig gebildet haben, können
die Jungpflanzen umgesetzt werden.
Am besten startet man die Blattstecklingsaktion im Frühjahr
und kultiviert die Pflänzchen im Winter durch (also keine
Winterruhe).

Oben: Vom Blattsteckling zum Pflänzchen bei Dionaea muscipula. Hier Bilder zu Blattstecklingen bei Cephalotus follicularis
Weg 2 - Blattstecklinge bei Drosera und Pinguicula.
Die wohl einfachste und erfolgreichste Methode: Hier wird das
eigentliche Fangblatt abgetrennt und auf das Substrat gelegt.
Ein gesundes Fangblatt das noch Klebetropfen hat ist zu empfehlen.
Einfach das Fangblatt (z.B. mit einer Schere) abtrennen. Bei größeren
Blättern wie z.B. bei Drosera capensis kann man dieses in
3-4 Teile schneiden. Bei Pinguicula ist das nichtkarnivore Winterblatt
zu bevorzugen. Das abgetrennte Blatt legt man dann mit der tentakelbesetzten
Seite nach oben direkt auf das Substrat. Wichtig hierbei ist,
dass das Blatt vollständig (mit der gesamten Fläche)
den Boden berührt. Hohe Luftfeuchtigkeit, viel Licht und
warme Temperaturen sind auch hier ein muß.
Nach ein paar Wochen bilden sich an der Bruchstelle oder an der
Blattoberfläche kleine Pflänzchen, die recht schnell
heranwachsen. Sobald diese ein ausreichendes Wurzelwerk besitzen,
kann man die Pflänzchen umsetzen.

Hier Bilder zu Blattstecklingen bei Drosera capensis
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