Grundlagen der Kultur fleischfressender Pflanzen gesucht?

Einleitung:
Tiere (wie z.B. Kühe) fressen Pflanzen - in manchen Fällen ist dieses jedoch umgekehrt. In diesem Fall fressen Pflanzen Tiere - meist Insekten wie Fliegen, Ameisen,...
Der Grund liegt am natürlichen Standort - nährstoffarmen Moorgebieten oder Sandböden. Die Pflanzen erhalten nicht genügend Nährstoffe - sie haben daher einen anderen Weg gesucht: Den faszinierenden Weg der Karnivorie. Diese Pflanzen locken ihre Beute an um sie festzuhalten, zu töten und zu verdauen.
Diese "fleischfressenden" Pflanzen mit ihrer bizarren Schönheit können jedes Jahr in größeren Gartencentern gefunden und gekauft werden. Aufgrund ihres Standortes haben die Pflanzen in Kultur auch ihre Ansprüche, was vielen Käufern nicht bewusst ist..

Sollen die Pflanzen dann Zuhause erfolgreich kultiviert werden, müssen einige wichtige Grundregeln beachtet werden:

Grundregeln:
- Fast alle fleischfressenden Pflanzen benötigen sehr viel Licht (Ausnahmen wie z.B. die meisten Kannenpflanzen bestätigen die Regel)! Am besten volle Sonne.
- Viele benötigen einen ständig feuchten oft gar nassen Boden. ---> Stehendes Wasser im Untersetzter (auch als Anstauverfahren bezeichnet).
- Als Wasser nur sauberes Regenwasser verwenden. Als Alternative destilliertes Wasser oder entmineralisiertes Wasser.
- Trockene Heizungsluft ist schädlich - eine erhöhte Luftfeuchtigkeit wird meist gewünscht.
- Temperatur entsprechend der Herkunft: Einheimische und nordamerikanische Pflanzen benötigen z.B. eine Winterruhe!
- Erde: Niemals normale Blumenerde verwenden - nur spezielle Fertigmischungen oder Weißtorf bzw. Weißtorf mit Quarzsand.
- Nicht düngen!
- Die Pflanze braucht nicht gefüttert werden.
- Vorsicht mit Schädlingsbekämpfungsmitteln


Welche Pflanzen kann ich zusammen im Topf oder meinem Terrarium halten?
Nur Arten, die aus ähnlicher Gegend oder gleicher Heimat stammen und sich daher in ihren Kulturansprüchen bezüglich Boden, Licht, Luftfeuchtigkeit, Temperaturen und Wasser, sowie Ruhephasen ähneln lassen sich zusammensetzen. Die Kombination aus Dionaea muscipula, Drosera rotundifolia, Drosera capensis und Nepenthes alata wird z.B. kaum erfolgreich sein. Die ersten beiden benötigen eine Winterruhe - was Nepenthes alata nicht mag. Drosera capensis überwuchert schnell Drosera rotundifolia u.s.w.

Drosera capensis kann mit Drosera aliciae und anderen südafrikanischen Sonnentau-Arten gut zusammengehalten werden.
Pflanzen der Gruppe Zwergdrosera lassen sich oft problemlos zusammen in einem Becken halten. Dazu kann man noch Cephalotus follicularis pflanzen.
Zur Venusfliegenfalle passen hier Sarracenia und Hybriden. Wobei Sarracenia prupurea mit der Zeit recht in die reite wächst.
Eine geeignete Zusammenstellung für die offene Pflanzschale wäre z.B. Sarra. minor, Drosera capensis, Drosera aliciae, Pinguicula x 'sethos' und Ping. x 'weser'.

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